Wolfshunde und Ziegen
 

Zu unseren  drei Ziegen pflegen die Hunde eine respektvolle Distanz und umgekehrt. Da sich alle erst als Erwachsene kennen gelernt haben, können sie eben nicht allzu viel miteinander anfangen. Am Anfang gab´s natürlich Konflikte. Erst hatten die Ziegen furchtbar Angst, weil sie sich natürlich als potentielle Beute fühlten.

 

Das legte sich aber bereits nach einigen Tagen. Dann kamen die ersten Kontaktversuche. Theo wollte mit den Ziegen spielen. Die Ziegen standen aber nur herum und taten nicht dergleichen. Theo war ratlos. Wieder ein paar Tage später wurden die Ziegen respektlos. Sie versuchten die Hunde zu vertreiben. Sie ließen sich das auch gefallen, solange sie nicht in die Enge getrieben, oder beboxt wurden. Allerdings wussten sie, dass die Ziegen ja im weitesten Sinne zum "Rudel" gehören und die beißt man als Hund nicht. Was also machen? Leni löste das Problem, indem sie laut knurrend zum Gegenangriff startete und die Ziegen einfach mit der Brust umrannte. Jetzt halten sie die geforderte Distanz wieder ein. Vorsicht ist nur beim gemeinsamen essen geboten. Wenn Hunde meinen, jemand habe es auf ihr Essen abgesehen, schnappen sie zu. Das ist ein natürliches Verhalten und dient der Überlebensfähigkeit. Wir dürfen das den Hunden nur dann verbieten, wenn sie dieses Verhalten gegen ranghöhere Rudelmitglieder (uns Menschen) anwenden. Das tun sie aber nicht, solange sie uns auch für ranghöher halten.

 

Schnabbi und Lydia (später kam noch das Bobbele dazu) sind Bunte Deutsche Edelziegen, eine aus verschiedenen braun gefärbten Rassen gezüchtete Milchziege mit hoher Milchleistung. Wir verwenden die Milch zur Aufzucht der Hundezwerge. Ab der zweiten bis dritten Woche muss zugefüttert werden. Frische Milch ist natürlich wesentlich besser geeignet, als pasteurisierte oder gar ultrahocherhitzte und homogenisierte Industrieprodukte. Erwachsene Hunde oder auch Katzen erhalten keine Milch. Nach der Entwöhnung, können Hunde und Katzen Milch genauso schlecht verdauen, wie Menschen. Bewährt hat sich die Ziegenmilch auch zur Aufzucht von Katzen.

 


Zusatz im Mai 2007:

Wir haben mit dem Umzug nach Sachsen Anhalt die Ziegenhaltung aufgegeben. Die Gründe dafür waren vielfältig:

Ziegen geben nur Milch, wenn sie Nachwuchs gebären. Die Kleinen müssen dann mit drei Monaten vermittelt werden. Es ist sehr schwierig, für sie Menschen zu finden, die dabei nicht ihre Verwertung im Sinne haben. Dies jedoch möchten wir zumindest bei den eigenen Zicklein nicht.

Außerdem sind wir zu der Erkenntnis gelangt, dass Milch und Milchprodukte über das Babyalter hinaus, nicht nur unnötig, sondern gesundheitsschädlich sind. Das gilt für Hunde, Katzen und Menschen. Der einzige Fall, wo wir frische Ziegen- oder Kuhmilch benötigen würden, wäre ein Wurf mit über 10 Welpen. Und zwar von der dritten bis zur vierten Lebenswoche. Die gibt es dann beim Nachbarn.

 

Schnabbi, Lydia und das Bobbele sind seit dem Winter 2005 bei einer Gruppe von lieben Menschen, die Milchziegen für die Ernährung ihrer Kinder verwenden.


 

Hier einige Bilder vom Herbst 2004 bis zum Sommer 2005:

 
     

 

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