Lustige Anekdoten von und mit Wolfshunden
Das neue Rudelmitglied
Von Sybille Anderle, der neuen Besitzerin von Oscar und Hagen.
Die Geschichte mit den beiden Hunden vom Krankenhaus habe ich im Juli 1994 erlebt. Das weiss ich noch so gut, weil das kurz nach meinem Abi war und ich am 9. Juli Geburtstag habe und meine Fäden wurden als Geburtstagsgeschenk gezogen...
Ich bin im Hof im Marienhospital in Stuttgart gesessen und habe die Sonne genossen, als sich eine Frau mit Baby im Maxi Cosi auf die Bank neben mich gesetzt hat. Sie ist nach der Geburt des Kindes entlassen worden und hat auf Ihren Mann gewartet, der sie abgeholt hat.
Als wir ins Gespräch gekommen sind, sagte sie mir, dass Ihr Mann mit den Hunden kommt, damit das Kind von den Hunden nach Hause gebracht wird und sie den Neuankömmling nicht in Ihrem Revier einfach so vor die Nase gesetzt bekommen. Fand ich damals, als ebenfalls Hundebesitzerin von einem Retriever Rüden (der wie ich dachte ein großer Hund wäre...), recht einleuchtend. Dann kam der Mann ums Eck und hatte 2 (in Worten ZWEI) riesige Hunde dabei. Im ersten Moment dachte ich da kämen Ponys die Strasse entlang. Dann haben sie dem "frisch geschlüpften" Baby die Söckchen ausgezogen und den Hunden das Kind quasi vorgestellt. Beide Hunde haben ganz vorsichtig an den Mini-Füßchen geschnüffelt und das neue "Ding" für toll befunden. Es war unglaublich beeindruckend, wie vorsichtig und behutsam diese Riesen an dem kleinen Kind gerochen haben und wie sie sich gefreut haben. Freudestrahlend sind sie dann mit der Familie abgezogen, einer links und einer rechts vom Maxi-Cosi. Da war für mich klar, dass irgendwann einmal diese Hunde bei mir ein zu Hause finden werden und seit Weihnachten haben wir ja Hagen und Oscar.
Einige Bilder von Oscar und Hagen, zwei Prachtburschen, Kinder von Theo und Leni. Besitzer sind Sybille und Ulli Anderle:
Wassernase
Von Mary McBryde aus "Irish Wolfhounds"Flora kam im Alter von 11 Wochen plötzlich auf die Idee, an einem heißen Tag mit ihren Vorderpfoten in der kleinen Wasserschüssel in der Küche zu planschen. Über die nächsten Tage entwickelte sich daraus ein außerordentlich aufregendes Spiel. Es ging darum, wie schnell das ganze Wasser aus der Schüssel herausbefördert werden konnte. Das Wasser spritzte über Flora nach allen Seiten an den Wänden hoch und sammelte sich in großen Pfützen quer über den Flur. Es erübrigt sich, dass ich nicht besonders von dem neuen Spiel begeistert war. Ich ermahnte Flora immer wieder, so etwas nicht zu tun. Da sie sehr intelligent und unterordnungsfreudig war, hat sie das Wasserplanschen nahezu ganz eingestellt. Nur manchmal überwältigt sie die Versuchung, und ich höre aus der Küche plätschernde Geräusche.
Clary wiederum war besonders daran interessiert, volle Wassereimer umzukippen, um in den daraus entstandenen Pfützen zu spielen. Um dies zu unterbinden, beschwerten wir den Eimerboden mit großen, runden Steinen, um das Gewicht zu vergrößern. Damit hatten wir ihre Pläne erfolgreich durchkreuzt.
Noch Jahre später hatten all unsere Wassereimer mit Steinen ausgelegte Bodenflächen.
Eines Tages kauften wir einen charmanten, weiblichen Welpen namens Goldie. Bereits einen Tag nach ihrer Ankunft bemerkte sie die Steine in den Wassereimern und sie verbrachte viel Zeit damit nach ihnen zu schauen. Nach einigen Tagen fiel mir auf, dass ihr Gesicht oft bis zu den Augen nass war. dann beobachtete ich, wie sie ihren ganzen Kopf in den Eimer steckte, bis das Wasser über ihren Ohren stand, dann tauchte sie triumphierend wieder auf, einen großen Stein im Fang. Das Wasser lief dabei über den Eimerrand in alle Richtungen. Es folgten Wasserspritzer an Wänden und Decke, wenn sie sich tüchtig trocken schüttelte. Einmal, so hoffte ich sei genug, aber nein, Goldie hatte Geschmack am Steine fischen gefunden. Am nächsten Tag mussten wir alle Steine wieder aus den Eimern entfernen.
Holzdiebin
Im Sommer 2005 schichteten wir Holzscheite aufeinander bis wir einen ca. 1,50m hohen Holzvorrat hatten, der eine Länge von 3m maß. Wir waren froh endlich fertig zu sein, denn uns schmerzte schon der Rücken von dieser einseitigen Arbeit. Als wir uns in die Küche setzten um einwenig Pause zu machen, sahen wir, dass Branca ein Scheitchen Holz vom Garten in die Küche getragen hatte. Bald fanden wir in allen Räumen Holz. Ihr zu erklären, dass es noch nicht Winter ist und wir noch kein Holz brauchten, sparten wir uns. Wir dachten, dass es auch nicht weiter schlimm sei, wenn Branca das noch herumliegende Holz ein bisschen spazieren trägt. Unsere Meinung sollte sich jedoch schnell ändern. Als wir nämlich sahen, dass Branca nicht das herumliegende Holz stiebizte, sondern sehr vorsichtig, wie wir Menschen beim Mikadospielen, ein Scheitchen aus unserem mühsam erstellten Holzvorrat zog. Dabei gab sie sich große Mühe und nahm die untersten Hölzchen zuerst. Aber jetzt gab´s Schimpfe!
Branca war sofort klar, dass das von uns nicht gewünscht war und sie trollte sich. Hin und wieder diebt sie aber doch ein Stück Holz, wohlwissentlich dass sie es nicht darf. Vielleicht sollten wir ihr das Holzschichten lernen :-)