THEO (Gelert heirs Kestrell)

geboren - 02. Mai 2003, Rüde - grau gestromt

 

Ein Ritterturnier in Füssen 2002 inspirierte uns, einen Hauch aus dieser majestätischen Zeit zu uns nach Hause zu holen –Irische Wolfshunde-. Beim schlendern über den Mittelalterlichen Markt blieben wir wie angewurzelt vor einem Ritterzelt stehen. Zwei wunderschöne, grau gestromte Irische Wolfshunde lagen in der Mittagssonne und dösten vor sich hin. Wir fragten uns spontan, wie aus einem Mund „Was sind das für Hunde?“  Wir sollten es später in allen Einzelheiten erfahren.

 

Sie machten einen gemütlichen und sehr souveränen Eindruck, was uns sofort gefiel. Die Größe und die Ruhe, die die Hunde ausstrahlten übte eine magische Anziehungskraft auf uns aus. Bald konnten wir beim Ritterturnier die ganze Eleganz bewundern. Ein „Burgfräulein“ betrat den Turnierplatz mit einem dieser irischen Wolfshunde. Ein paar Übungen absolvierte der graue Riese mit Leichtigkeit und Gemächlichkeit. Als er das "Guddi", das die Dame hoch über sich in die Höhe streckte, holte, ging ein Raunen durch die Menge. Da stand er! Die Pfoten auf den Schultern der Dame und den Kopf in die Höhe gereckt. Ja! solch einen schönen, wuscheligen, anmutigen Schnuffel wollten wir haben.

 

Das Internet sollte uns dabei helfen. Schnell fanden wir eine Züchterin im 3er Postleitzahlengebiet. Frau Höfer hatte am 02.05.2003 einen Wurf mit 11 Wölfchen. Nach einigen Telefonaten, Austausch von Bildern und dem studieren von Büchern über Irische Wolfshunde, vereinbarten wir einen Termin. Eine 7-stündige Reise führte uns nach Harnrode, wo uns schon in der Hofeinfahrt 2 ausgewachsene Wolfshunde sehr freudig begrüßten. Auf dem Hof trollten sich die übrig gebliebenen Wölfchen, denn die meisten waren schon bei ihren neuen Besitzern. Theos Schwestern begrüßten uns sofort überschwänglich und spielten gleich mit uns. Theo war etwas zurückhaltender, kam dann aber auch um zu sehen wer da gekommen ist. Es fiel uns sofort auf, dass Theo die absolute Kleinkopie der Hunde ist, die wir auf dem Ritterturnier gesehen haben. Da wir einen Rüden wollten, war die Entscheidung gefallen.

 

Theo trat mit uns am 16.07.2003 die Rückreise an. Die Autofahrt überstand er trotz der großen Wärme an diesem Tag, sehr gut. Zuhause angekommen zeigten wir Theo seine eigens für ihn gekaufte Matratze, die im Wohnzimmer neben (noch) unserem Sofa lag. Er legte sich sofort, etwas ermattet, hin und döste ein wenig. Zum schlafen war er wohl zu aufgeregt. Wobei man ihm Aufregung nicht anmerkte. Er akzeptierte seine neue Wohn- und Schlafstatt als hätte er nie woanders gewohnt, was uns sehr freute. Die Nacht verbrachten wir alle im Wohnzimmer. Theo stand morgens auf, und schaute sich etwas in seiner neuen Bleibe um. Der Garten interessierte ihn am meisten. Er suchte sich auch gleich einen schattigen Platz auf der Wiese aus. Von dort aus lies er den Blick schweifen. Er hatte mit seinen 11 Wochen bereits eine Haltung wie ein Großer. Wir ließen ihn erstmal gewähren und beobachteten ihn. Schnelle Bewegungen kannte er nicht und schlafen war neben essen seine absolute Lieblingsbeschäftigung. Nach und nach unternahmen wir kleine Spaziergänge von ca. 5 Minuten. Länger hielt Theo für unnötige Anstrengung.  Bei ihm ging alles in Ruhe und schön eins nach dem anderen. Selbst beim Fressen ließ er sich alle Zeit. "Guddis" nahm er sehr sachte und bedächtig aus der Hand. Knochen trug er in den Garten und legte sie erst mal vor sich hin und schleckte ein bisschen daran.

 

Nach dem Fressen brachte er uns immer sein grünes Kissen, das er uns nachhaltig in die Knie rammte. Er wollte spielen und mit uns Kissenzerren. Was wir auch abwechselnd, so ca. 10mal am Tag machten. Nach mehreren Wochen Kissenzerren, was uns mit der Zeit schon langweilig wurde, (Theo nicht) beschlossen wir, Theo eine Spielgefährtin zu schenken. Ein weiterer Grund war, dass wir merkten, dass Theo allein doch unzufrieden war. Auch machte sich ein Ausschlag an seinem kleinen Bäuchlein bemerkbar, den wir auf sein Alleinsein zurückführten, was sich später bestätigen sollte. "Leni" musste also dringend zu uns kommen. Bis dahin waren noch 2 Monate Zeit. In dieser Zeit hatten wir viel Spaß mit dem Kennen lernen und beobachten von unserem kleinen Sturkopf Theo. Denn das Wort "Komm" ordnete er in die Kategorie „Ich komm wenn ich will“ ein. Manchmal lief er sogar geradewegs in den Garten und versteckte sich. Wir bekamen das Komm-Problemchen allerdings sehr schnell mit "Guddis" in den Griff. Theo merkte bald, wenn er kam, dass es dann was Gutes für ihn gab.

 

Seine nächste wichtige Aufgabe sah Theo darin, klar zu stellen wer nun hier eigentlich der Herr im Haus ist. Wir saßen beim Essen im Wohnzimmer. Theo reichte bequem auf unseren kleinen Wohnzimmertisch und das nutzte er, um auch von unseren Tellern zu essen. Wir riefen beide in hohen, spitzen Tönen "Pfui"!Daraufhin verbellte uns das kleine Wollknäuel aufs Schärfste. Wir mussten aufpassen, dass wir nicht lachten. Wir schimpften ihn und verwiesen ihn auf seinen Platz. Theo dachte gar nicht daran an seinen Platz zu gehen. Im Gegenteil, er bestand mit einem gekonnt selbstbewussten Gesichtsausdruck darauf, dass er nun unsere Teller leer essen darf. Kategorisch bellte er weiter und ereiferte sich mit vor und zurück trampeln. So lustig das Ganze war, wir mussten ihn der "Höhle" verweisen und er musste sich das Haus von draußen anschauen. Nach 10 Minuten Hausverbot hatte er sich wieder beruhigt und für ein paar Tage hatte er die Rangordnung begriffen. Weitere Versuche uns zu unterjochen blieben nicht aus, wobei er große Ausdauer bewies. Der Verweis in den Garten für 10 Minuten half aber immer.

 

Und alles in allem war er ein liebenswürdiges, noch putziges Wölfchen. Mit dem Fotografieren mussten wir uns beeilen, denn Theo schaffte locker 2,5cm pro Woche. Man konnte tatsächlich beim Wachsen zusehen. Bekannte, die uns im Abstand von 4 Wochen besuchten, waren fest der Meinung, wir hätten noch einen Wolfshund, und suchten nach dem "Kleinen", den Sie vor 4 Wochen gesehen hatten :-).Über Besuch freute sich Theo immer außergewöhnlich. Anfänglich wartete er auf seiner Matratze mit hochgerecktem Kopf und neugierigem Blick, wer da wohl kommt. Später stürmte er beim Läuten der Hausglocke durchs Wohnzimmer und die Küche in den Gang, um ja nur als erster das Begrüßungskomitee zu sein. Im August besuchte uns ein 3-jähriger Golden Retriever Rüde, den Theo freudig begrüßte. Die beiden pflügten unseren Garten kurzer Hand komplett um. Es war eine Augenweide zu zusehen wie sie spielten. Theo zeigte immer ein ruhiges und später ein überlegenes Verhalten gegenüber anderen Hunden. Kläffende, kleine Schosshündchen ignorierte er einfach.

 

Sein größtes Interesse liegt allerdings bei Menschen, er liebt Menschen. Es gibt kaum Menschen, die er nach einer Weile nicht mit einem Küsschen beglückt. Leute, die ihm gegenüber etwas unsicher sind freuen ihn besonders. Daraus macht er sich einen Spaß und hüpft gerne hoch, um ihnen direkt das Gesicht zu waschen. Wir haben bis jetzt trotz seiner Größe, die mittlerweile 92cm misst, niemanden erlebt, der Angst gehabt hätte. Theo ist überaus freundlich und das trägt er nach außen. Wir haben sogar festgestellt, dass er bei zurückhaltenden Zeitgenossen, sich ebenfalls zurücknimmt und sich sogar klein macht, um ja nicht seinen Gegenüber zu erschrecken. Kinder findet Theo übrigens toll! Er meint, denen kann man ohne sich zu strecken, ein Küsschen geben.

 

Wenn er schläft, mittlerweile hat er uns das Sofa abgeschwatzt, belegt er selbiges komplett. Er stellt Anspruch auf „sein“ Sofa und sollte jemand auf seinem Sofa sitzen oder gar liegen, stellt er sich davor und guckt solange, bis das Sofa frei gemacht wird. Wir haben uns bereits ein zweites Sofa zugelegt. Das ist für ihn allerdings tabu und das akzeptiert er auch.

 

 mittelalterlichen Märkten, die wir oft besuchen, fühlt sich Theo sehr wohl und ab und zu treffen wir sogar auf seine Artgenossen. Für ihn ist das herumlaufen zwischen den Lagern, Zelten und den dazugehörigen Rittern und Lagersleut ein Ausflug ganz besonderer Art. Sein Wohlfühlen drückt er dann meist mit einem Brummen aus während er neben dem Lagerfeuer inmitten von Menschen Platz nimmt.

Man hat dann das Gefühl, er wäre in seine Zeit zurückgekehrt.

 


 

Theos Eltern: Gelert heirs Erin und Isaak Hunter von den Sarazzenen

 

 

 

 

 

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