LENI (Luz del Abbys, Havanna)

geboren - 30. Juli 2003, Hündin - sandfarben

 

Leni war zunächst so schnell nicht geplant. Jedoch war Theo sehr alleine und eine Spielgefährtin für ihn schien uns sehr vernünftig. Wir hofften, dass er dann zufriedener und ausgeglichener sein würde, was sich auch bestätigte. Ein Ausschlag am Bauch (bisher sein ständiger Begleiter) verschwand zwei Tage nach Lenis Ankunft und ward nie mehr gesehen.

Über Frau Höfer kamen wir nun zu Familie Schäfer, wo Leni wohnte. Sie war zu dem Zeitpunkt 6 Wochen alt und wir mussten noch warten. Am 25. Oktober 2003 fuhren wir dann etwa 6 Stunden lang in Richtung Norden zu Leni. Ein Haus am Waldrand erwartete uns. Als wir ausstiegen, rannten schon viele Hunde über die Wiese, tollten herum und begrüßten uns. Nachdem Theo, er war natürlich dabei um seine Dame mit aussuchen zu können, auch alle begrüßt hatte, gingen wir ins Haus. Dort tapste Leni mit einer ihrer Schwestern herum. Sie war sofort sehr leicht von ihrer Schwester zu unterscheiden, denn Leni hatte eine Brille auf - aus weißem Fell. Sie hatte große, weiße Kreise um die Augen. Wir beobachteten sie eine Weile. Sie kam sofort her und schmuste wie wild. Sie war die Dominantere der beiden. Ihre Schwester war zurückhaltender. Theo interessierte sich am meisten für Leni und so war die Entscheidung leicht.

Leni fuhr mit uns nach Hause. Sie zeigte sich sofort sehr anhänglich. Mit Theo verstand sie sich nicht auf Anhieb. Wohl war hierfür auch der Größenunterschied und Theos Alleinsein verantwortlich. Leni war der Spieltrieb von Theo etwas zu herb und sie wehrte sich kräftig. Oft versteckte sie sich hinter uns. Nach und nach gab sich das aber und wir konnten ein schönes Spielen beobachten.

Als wir das erste Mal die Fressnäpfe für unsere beiden Racker herrichteten, ging es in der Küche rund. Leni kannte keine Manieren und sprang in einem Satz auf die Anrichte, wo das Fleisch lag. Wir hatten große Mühe sie zum Sitzen zu bewegen. Sie war so aufgeregt, dass sie am ganzen Körper zitterte. Ruhe und Gelassenheit waren für Leni Fremdwörter. Sie rannte zunächst alles um und war völlig ungestüm. Ihre Verschmustheit und Anhänglichkeit glich ihren Vandalismus allerdings wieder aus. Die ersten Tage saß sie sogar vor der WC-Tür und heulte fürchterlich. Sie konnte keine 2 Minuten ohne uns sein. Drinnen und Draußen konnte sie, was das Pinkeln angeht, nicht unterscheiden. Sie benutzte kurzer Hand alle Fließen als ihr WC. Den Teppich ließ sie zum Glück verschont. Durch ihre quirlige Art steckte sie Theo zu so mancher Lausbubentat an. Sie klaute kleine Holzscheite, Zewa - Rollen und alles was nicht ausdrücklich und mehrmals verboten war und trug alles in den Garten. Theo gefiel das und er eignete sich so manches an, was uns natürlich oft zum Lachen brachte.

Ihre erste Kette war sehr viel Stress für Leni. Das Klingeln der aneinander stoßenden Kettengliedchen brachte sie dazu sich während dem Spazierengehen andauernd, und das ist wörtlich gemeint, andauernd zu kratzen. Sie lief einen Meter und schon haute sie sich wieder auf den Hintern um sich zu kratzen. Sie hüpfte und kratzte und hüpfte und kratzte. Wir kamen aus dem Lachen nicht mehr heraus. Peter Ustinov hätte gesagt "Sie gab uns Herzanfall um Herzanfall". Beim nächsten Spaziergang versuchte sie eine neue Methode die lästige Kette los zu werden. Sie sprang in die Büsche und legte sich auf den Rücken. Dabei robbte sie rücklings durchs Gebüsch. Sie hoffte, so die Kette abstreifen zu können. Doch alle Mühe war vergeblich. Besonders lustig war, als sie in die missliche Lage kam, die Kette fast abgesteift zu haben, und sehen zu müssen dass sie uns hinterher kam, denn wir waren in der Zwischenzeit einfach weitergelaufen. Man sah ihr die Verzweiflung an. Sie entschied sich allerdings dann natürlich dafür, den Rudelanschluss nicht zu verpassen und hüpfte und kratzte und hüpfte uns nach.

Leni möchte mittlerweile immer alles recht machen. Ihr Blick sagt eindeutig: "Ich tue alles, du musst nur sagen was!". Sie möchte unbedingt gehorchen und freut sich über alles was sie richtig macht überschwänglich. Sollte es einmal vorkommen, dass Theo ihrer Meinung nach zuviel Aufmerksamkeit zukommt, dann geht die Eifersucht mit ihr durch. Theo wird dann von ihr verjagt und in die Ohren geknufft. Theo nimmt's gelassen und stört sich nicht weiter daran. Wenn sie allerdings versucht ihm seinen Knochen zu stehlen, dann ist Schluss mit lustig. Beim Spazierengehen findet Leni meistens einen Hasenfuß oder einen Rehknochen, an dem sie 2 Minuten knabbert und den dann Theo bekommt, der ihn dann genüsslich verspeist. Für Knochen zerlegen bei Spaziergängen fehlt Leni die Ausdauer. Es gibt viel zu viel zu tun.

Unter Menschen benimmt Leni sich vorbildlich. Sie ist zurückhaltend aber doch interessiert. Sie ist damenhaft und freundlich. Für fremde Hunde hat Leni viel übrig. Sie freut sich sehr und muss alle Hunde sofort begrüßen und beschnuffeln. In Haus und Garten ist sie, nicht Theo die Wächterin und warnt sofort. Wenn es nach ihrem Verständnis allerdings ernst wird, hat Theo den Vortritt.

Als einer unserer Nachbarn, er ist Landwirt (alle unsere Nachbarn sind Landwirte) im Frühsommer mit einem riesigen Greifarm (ca. 3,5 Meter hoch) seinen Misthaufen entleerte, war die Aufregung groß. Theo griff den Stahlarm todesmutig an. Leni stand hinter uns auf Reserve. Der Nachbar, er war Leni schon immer suspekt, wird seither angeknurrt, sowie er dem Zaun zu nahe kommt. Das ist außergewöhnlich, denn Wölfe sind eigentlich sehr, sehr freundlich und tolerant gegenüber Menschen, anderen Hunden und kleinen und großen Tieren, sogar im eigenen Revier.
 

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